Katja Kolb
Ich arbeite seit vielen Jahren mit Pferden und genauso lange mit Menschen.
Ich bin Pferdewirtschaftsmeisterin in der klassischen Reitausbildung und in Haltung und Service. Ich bilde Pferde aus und arbeite mit Pferd-Mensch-Paaren. Dazu bin ich Psychologin. Diese Kombination prägt alles, was ich tue.
Warum ich mit diesem Thema arbeite
Im Unterricht ist mir immer wieder begegnet, dass ich tolle Reiterinnen vor mir hatte, unterschiedlichen Könnens, bei denen ich gewusst habe, dass sie das, was ich ihnen sage, technisch umsetzen können. Aber sie haben es nicht getan. Nicht weil sie es nicht wollten oder nicht verstanden hätten. Weil ihr Kopf einfach nicht mehr mitgemacht hat.
Die Wiedereinsteigerin, die sich nach Jahren des Wunsches ihr eigenes Pferd erfüllt hat, die früher alles geritten ist und sich auf einmal nicht mehr traut anzugaloppieren.
Die Reiterin, die seit dreißig Jahren Pferde hat, die alles geritten ist und sich nicht mehr ins Gelände traut.
Die Reiterin, die jeden Tag einen anderen Grund hat, warum sie die Reitstunde absagt. Der Sattel passt doch nicht mehr so richtig. Ich glaub, das Eisen ist ein bisschen locker. Gestern hat er sich komisch angefühlt. Der mag keinen Regen. Der mag keinen Wind. Heute ist es zu heiß.
Immer wieder die gleichen Umwege. Die gleichen Ausreden.
Und mich hat interessiert, warum das so ist. Und warum es nicht besser wird, wenn sie mehr üben, sondern oft noch schlimmer.
Ich habe selbst oft Angst gehabt. Ich habe sie heute auch noch, manchmal. Das ist normal und das ist gut so.
Sie bestimmt nur nicht, was ich mache. Sie ist eine Information, wie andere Emotionen auch.
Wie ich das einordne
Psychologisch betrachtet ist diese Reaktion nachvollziehbar. Dein Nervensystem antwortet auf Belastung mit Schutz. Die Wahrnehmung verengt sich, der Körper spannt an, Entscheidungen werden schwerer.
Das hat nichts mit fehlendem Können zu tun und nichts mit Eignung. Es ist menschlich.
Wie ich arbeite
Ich verbinde psychologische Grundlagen mit klassischer Reitausbildung. Beides zusammen, nicht nebeneinander.
Angst wird bei mir nicht bewertet und nicht wegtrainiert. Sie wird eingeordnet und bearbeitet, bis wieder Handlungsspielraum entsteht.
Ich verspreche dir nicht, dass sie verschwindet. Was sich verändern lässt, ist ihr Einfluss darauf, was du tust.
Ich arbeite strukturiert und mit klarem Rahmen. Online und vor Ort am Triebscheiderhof.
Für wen ich nicht die Richtige bin
Diese Arbeit richtet sich an erwachsene Reiterinnen, die Verantwortung für sich und ihr Pferd übernehmen.
Sie ist kein schneller Motivationsschub. Und sie ist der falsche Weg, wenn es um akut gefährliche Situationen geht oder um ein Pferd, das nicht einschätzbar ist. Da braucht es zuerst jemanden am Pferd, bevor der Kopf drankommt.
Wo ich arbeite
Der Triebscheiderhof liegt in Sankt Ingbert im Saarland. Hier wird gearbeitet. Kein Trubel, überschaubare Abläufe.
Das ist keine Nebensache. Ein Umfeld, das Ruhe zulässt, ist Teil der Arbeit, weil ein angespanntes Nervensystem in einem unruhigen Stall nicht zur Ruhe kommt.
